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Zusammenfassung des Oberender-Gutachtens zum Ambulanten Operieren auf 1 Seite:


Bei einem Pressegespräch mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) wurde am 19. April 2010 das Gutachten der Firma Oberender und Partner vorgestellt, dass im Auftrag des Bundesverbandes Ambulantes Operieren (BAO) erstellt wurde. Inhalt dieses Gutachtens war der Vergleich von 25 definierten Operationen bezüglich ihrer Vergütung sowohl als ambulanter als auch als stationärer Eingriff.

Betrachtet wurden 25 Eingriffe aus den Gebieten Allgemeinchirurgie, Neurochirurgie, Unfall- und Handchirurgie, Gynäkologie, Urologie und HNO.

Bei allen 25 Eingriffen wurden 3 verschiedene Erlösszenarien berechnet:

Szenario A: Alle Kurzlieger zwischen 25 und 60 Jahren werden ambulant operiert

Szenario B: 70% aller Patienten - ohne Nebenerkrankungen - die ambulant operiert werden könnten werden ambulant operiert.

Szenario C: 100% aller Patienten - ohne Nebenerkrankungen - die ambulant operiert werden könnten werden ambulant operiert.

Ein Beispiel:

In vielen anderen europäischen Ländern wird die arthroskopische Meniskusoperation faktisch ausschließlich ambulant durchgeführt. In Deutschland nur zu etwa 33%
Allein für diese Operation kommen die Gutachter im Vergleich zwischen stationärer und ambulanter Operation auf ein Einsparpotential von 5,3 (Szenario A) bis 38,9 (Szenario B) Millionen Euro.

Insgesamt kommt das Gutachten zu dem Schluss, dass sich entsprechend o.g. Szenarien zwischen 26 und 520 Millionen Euro pro Jahr einsparen ließen, wenn die Verlagerung von stationär nach ambulant gelänge.

Die Gutachter kommen zu folgenden Ergebnissen:

  • Aus makro- und mikroökonomischer Sicht sollte von der Möglichkeit des ambulanten Operierens vermehrt Gebrauch gemacht werden
  • Eine Angleichung der Vergütung an das DRG-System – ggf. mit Abschlägen – sollte erfolgen
  • Eine höhere Vergütung des ambulanten Operierens wird das Angebot erhöhen
  • Durch Marketingmaßnahmen soll seitens des Patienten die Nachfrage gesteigert werden

Es muss darauf verwiesen werden, dass in diesem Gutachten nur 25 verschiedene Operationen (alle über OPS-Codes definiert) betrachtet wurden. Es kommen jedoch einen Vielzahl von Operationen und auch Patienten mit Nebenerkrankungen in Frage, die ambulant operiert werden können. Dies erhöht das oben in Zahlen beschriebene Einsparpotential deutlich.